UVP-report.
Umweltvorsorge – Umweltplanung – Umweltprüfung | UVP-report.
Environmental Precaution, Planning and Assessment | 39
(1): | 2026
© 2026 Der Autor,
veröffentlicht durch UVP-Gesellschaft e.V. und Berlin Universities
Publishing | ISSN 0933-0690 | DOI: 10.60636/uvp-report.21
Dieser
Open Access-Artikel steht unter der Lizenz CC BY
(https://creativecommons.org/licenses/by/4.0).
Einführung | Editorial
9. UVP-Studienpreis 2025
Einführung
9th EIA Study Award 2025
Editorial
Stefan Balla
Dr. Stefan Balla | UVP-Gesellschaft e.V., Schatzmeister, Franz-Ludwig-Straße 9, D-97072 Würzburg | balla@uvp.de | ORCID: 0000-0001-5387-2978
Eingegangen: 20.02.2026 | Angenommen: 25.03.2026 | Online veröffentlicht: 14.08.2026
Im Rahmen des UVP-Kongresses, der im Oktober 2025 in Erfurt stattfand, wurde wieder der UVP-Studienpreis für herausragende Abschlussarbeiten in der Umweltvorsorge vergeben. Der Studienpreis der UVP-Gesellschaft e. V. soll Anreiz und Motivation für Studierende sein, die sich in Umweltwissenschaften und Umweltplanung mit neuen Ansätzen und Forschungsinhalten befassen. Er bietet die Möglichkeit, sich zu profilieren und die Arbeit der Öffentlichkeit und Fachwelt vorzustellen. Ausgezeichnet werden Arbeiten, die sich mit Inhalten und Verfahren der Umweltprüfung und Umweltplanung befassen und somit einen Bezug zum Tätigkeitsfeld der Forschungs- und Vereinsarbeit der UVP-Gesellschaft haben.
Der Studienpreis wird alle zwei Jahre im Rahmen des UVP-Kongress verliehen, das nächste Mal also im Jahr 2027. Interessierte Studierende können schon jetzt ihre Teilnahme unverbindlich anmelden.1
Für den 9. UVP-Studienpreis 2025 wurden sieben Arbeiten eingereicht. Dabei handelte es sich um fünf Masterarbeiten (M) und zwei Bachelorarbeiten (B), die sich mit folgenden Themen befassten:
Die Strategische Umweltprüfung im deutschen Standortauswahlverfahren für ein Atommüllendlager (B),
Die Strategische Umweltprüfung im Kontext der EU-Wiederherstellungsverordnung der Natur (B),
Auswilderungskonzept für Feldhamster in Nordsachsen mit Kommunikationsansätzen für den Zoo Leipzig (M),
Landschaftsplanung im Meeresbereich der Ostsee (M),
Perspektiven des Natur-Erlebens im Wildtier-Tourismus (M),
Planungsbeschleunigung für Windenergie durch die abschließende Prüfung artenschutzrechtlicher Belange in der Strategischen Umweltprüfung (M),
Beschleunigter Windenergieausbau und Artenschutz in der Regionalplanung (M).
Bei sämtlichen Arbeiten wurden interessante und aktuelle Themen behandelt. Der Bezug zur Umweltprüfung war unterschiedlich eng, jedoch bei allen Arbeiten in ausreichendem Umfang gegeben. Berücksichtigt wurden auch Grundlagenthemen wie Inhalte und Verfahren der Landschaftsplanung oder einzelne Themenfelder von Umweltprüfungen wie Erholung und Tourismus oder Arten- und Biotopschutz, da sie für die Weiterentwicklung von Umweltprüfungen eine bedeutende Rolle spielen.
Die Jury setzte sich im Jahr 2025 wie folgt zusammen:
Assoc. Prof. PD Dr. Alexandra Jiricka-Pürrer (Universität für Bodenkultur Wien),
Stefan Balla (Prokurist, Froelich & Sporbeck GmbH & Co. KG),
Prof. a.D. Dr. Johann Köppel (Technische Universität Berlin).
Für die Jury waren neben dem thematischen Bezug zu Umweltprüfung und Umweltplanung folgende Kriterien wesentlich: der Innovationsgehalt, die Aktualität des Themas, der Praxisbezug, die Schlüssigkeit des fachlichen-methodischen Ansatzes, die allgemeinen Standards des wissenschaftlichen Arbeitens sowie die fachlich-wissenschaftliche Relevanz der Ergebnisse.
Folgende Einreichungen wurden mit dem Studienpreis ausgezeichnet:
1. Preis: Caroline Zein, TU Dresden: „Des Hamsters neue Felder – Auswilderungskonzept für Feldhamster (Cricetus cricetus) in Nordsachsen mit Kommunikationsansätzen für den Zoo Leipzig“,
2. Preis: Merle Lange, Leibniz Universität Hannover: „Planungsbeschleunigung für Windenergie: Abschließende Prüfung artenschutzrechtlicher Belange auf Ebene der Strategischen Umweltprüfung“,
2. Preis: Sandro Schäfer, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: „Beschleunigter Windenergieausbau und Artenschutz in der Regionalplanung. Eine Analyse der Auswirkungen gesetzlicher Reformen auf den Artenschutz durch das Osterpaket und die EU-Notfall-VO in Baden-Württemberg“.
Hervorzuheben ist die Qualität der Arbeit von Caroline Zein, die sich mit den fachlichen Rahmenbedingungen und Qualitätsanforderungen für eine erfolgreiche Auswilderung des Feldhamsters in Deutschland befasst hat. Sie konnte dabei auf ein konkretes Auswilderungsprogramm in Nordsachsen und die Zusammenarbeit mit dem Zoo Leipzig zurückgreifen. In überzeugender und fundierter Art stellt sie alle Aspekte dar, die ein solches Auswilderungsprogramm mit sich bringt. Neben einer fundierten Darstellung der Biologie und des aktuellen Vorkommens der Art erarbeitet Frau Zein ein umfassendes Maßnahmenkonzept für die Optimierung des Lebensraums des Feldhamsters im Auswilderungsgebiet. Dieses besteht aus Grundschutzmaßnahmen, verschiedenen alternativen Bausteinen für weitergehende, betriebsintegrierte Komplexmaßnahmen und begleitende Vernetzungsmaßnahmen. Abgerundet wird die Arbeit durch ein Kommunikationskonzept für den Zoo Leipzig, um das Auswilderungsprogramm in der interessierten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Arbeit bietet jeder Person, die sich bei Eingriffsvorhaben mit dem Feldhamsterschutz direkt oder indirekt befasst, einen fundierten und topaktuellen Wissensschatz (s. Zein 2024, 2026).
Den 2. Preis erhielten Merle Lange und Sandro Schäfer. Beide haben sich dem Themenkomplex des naturverträglichen Ausbaus Erneuerbarer Energien mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen genähert. Da die Jury die Arbeiten als gleichwertig erachtete, hat sie beide mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Während Merle Lange sich mit Kartierungen vor Ort und konventionellen methodischen Ansätzen bei Erhebungen auf SUP-Ebene befasst (s. Lange 2026), untersucht und diskutiert Sandro Schäfer insbesondere die Governance-Perspektive, die sich u. a. durch die RED-III-Vorgaben ergibt. (s. Schäfer 2025, 2026) Letzterer hebt hervor, dass sich die erhoffte strategischere Ausrichtung von Planung und Umweltprüfung zur Windenergie sowie ein gleichzeitiges „Win-win“ von Klima- und Artenschutz erst noch erweisen müssen (Effektivität von Artenhilfsprogrammen etc.). Merle Lange wird im nächsten Heft des UVP-reports mit einer Kurzfassung ihrer Arbeit vertreten sein.
Neben den drei Preisträgerinnen und Preisträgern des 9. UVP-Studienpreises nahmen die Preisträgerin und der Preisträger des 8. Studienpreises 2024, Lena Crnjac und Manuel Kramm, ihre Urkunden entgegen (Abb. 1). Sie konnten 2024 nur virtuell ausgezeichnet werden. Die Kurzfassung der Arbeit von Manuel Kramm zur suffizienzorientierten Stadtentwicklung im vorliegenden Schwerpunktheft veröffentlicht (s. Kramm 2026).
Besonderer Dank geht an die Sponsoren des Studienpreises, die diesen schon seit vielen Jahren erst möglich machen. Es sind die Büros Froelich & Sporbeck, Bosch & Partner, Thüringer Landgesellschaft mbH und IPU GmbH.
Abbildung 1: Die Preisträgerinnen und Preisträger des 8. und des 9. UVP-Studienpreises bei der Preisverleihung im Rahmen des UVP-Kongresses 2025 in Erfurt: Manuel Kramm, Merle Lange, Lena Crnjac, Caroline Zein, Sandro Schäfer (v.l.n.r., Foto: Paul-Philipp Braun)
Abbildung 2: Der 9. UVP-Studienpreis wurde in Erfurt verliehen (Foto: Paul-Philipp Braun)
Literatur
Kramm, M. (2026): Suffizienzorientierte Stadtentwicklung. Identifikation und ökobilanzielle Betrachtung von Potenzialen im Wohnungsbestand am Beispiel Wuppertal. UVP-report 39 (2): 22-29. DOI: 10.60636/uvp-report.27
Schäfer, S. (2025): Beschleunigter Windenergieausbau und Artenschutz in der Regionalplanung. Eine Analyse der Auswirkungen gesetzlicher Reformen auf den Artenschutz durch das Osterpaket und die EU-Notfall-VO in Baden-Württemberg. Unveröffentlichte Masterarbeit, Universität Freiburg.
Schäfer, S. (2026): Beschleunigter Windenergieausbau und Artenschutz in der Regionalplanung. UVP-report 39 (1): 13-21. DOI: 10.60636/uvp-report.20
Zein, C. (2024): Des Hamsters neue Felder. Auswilderungskonzept für Feldhamster (Cricetus cricetus) in Nordsachsen mit Kommunikationsansätzen für den Zoo Leipzig. Masterarbeit. Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur und Landschaft, Institut für Landschaftsarchitektur, Lehr- und Forschungsgebiet Landschaftsplanung. urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-926578
Zein, C. (2026): Des Hamsters neue Felder. Auswilderungskonzept für Feldhamster (Cricetus cricetus) in Nordsachsen mit Kommunikationsansätzen für den Zoo Leipzig. UVP-report 39 (1): 3-12. DOI: 10.60636/uvp-report.14
1 Adresse: UVP-Gesellschaft e.V., Franz-Ludwig-Straße 9, D-97072 Würzburg, zentrum@uvp.de